Hallo und willkommen zum Podcast Deutsch entdecken mit Stefanie. Wie geht es Dir? Ich hoffe gut und dass Du immer noch Spaß am Zuhören hast. Lass uns gemeinsam deutsche Städte und kleine Orte in Deutschland besuchen und viele neue Wörter aus dem Alltag hören. Es ist ein Podcast in einfacher Sprache. So eignet er sich genauso für Kinder oder ältere Menschen. Bist Du Deutschlerner? Wir üben hier das Hören ab Niveau B1.
In dieser Episode setzen wir uns in den Zug und wollen Lüneburg erleben. Nicht wenige Leute pendeln tagtäglich zwischen Lüneburg und Hamburg. Man fährt knapp eine Stunde vom einen Ort zum anderen. Wer vom Süden aus mit dem Zug nach Hamburg fährt, hält recht sicher auch in Lüneburg. Der Blick aus dem Zug lässt Gutes ahnen. Es ist wunderbar grün und die ersten hübschen Backsteingebäude, im norddeutschen Stil, erscheinen. Wie jede Stadt hat auch Lüneburg ihre Besonderheiten. Die Stadt lebte schon immer vom Salzhandel und von der Stintfischerei. Da in den Kriegen der Vergangenheit nicht viel zerstört wurde, begeistert Lüneburg mit einer beeindruckenden Altstadt. Zwar ist diese noch kein UNESCO Welterbe, aber das macht nichts.
Wir haben gerade das Wort Stintfischerei gehört. Fischerei ist sicherlich klar. Man fängt Fische. Aber was ist ein Stint? Der Stint trägt auch den Namen Gurkenfisch. Die kleinen Fische duften geradezu nach Gurke. Doch wo in Lüneburg oder der Lüneburger Heide gibt es denn Fische? In der Region um Ülzen entspringt der kleine Fluss Ilmenau, der nach etwa 86 Kilometern in die Elbe mündet. Und weil es in der Region nicht viele Möglichkeiten gibt, ist der Fischfang ein Teil der Lüneburger Wirtschaft.
Der Salzhandel war ein lukratives Geschäft für das kleine Lüneburg. Direkt unterhalb von Lüneburg entdeckte man einen alten und überaus großen Salzstock, in dem man Salz in Gängen unter der Erde abbauen kann. Dessen Salz konnte man bis nach Lübeck verkaufen. Diese sogenannte Lüneburger Saline ermöglichte es auch, den Fisch lange frisch zu halten. Fische, die man nicht verkaufen konnte, wurden an die Tiere verfüttert. Heute gibt es in der Altstadt sogar noch den Hafen an der Ilmenau, der Stintmarkt genannt wird. Am Stintmarkt machst Du immer noch vielzählige Fischereikneipen ausfindig. Man kennt sie als Stintmeile.
Eines der beliebtesten Fotomotive ist natürlich der Alte Kran am Stintmarkt, der damals im Salz- und im Fischhandel eingesetzt wurde. Neben den urigen Backsteinhäusern ergibt sich ein malerisches Bild. Von der Brausebrücke aus blickt man über den Stintmarkt. Der Name Brausebrücke klingt zunächst auch ein wenig seltsam. Das Verb brausen beschreibt das schnelle rauschen des Wassers und in diesem Fall das brausende Geräusch des Mühlenwerks.
Und da man am Stintmarkt natürlich die Stinte verkaufen wollte, gab es hierfür ein Kaufhaus. Das Alte Kaufhaus, das mit seiner prächtigen Fassade sofort ins Auge fällt, war ein Handelsort für Fische. Früher betrieb man dort, über die vielen Kanäle in Norddeutschland hinweg, einen regen Handel. Das gesamte Viertel rund um den Alten Hafen und die Innenstadt ist das historische Wasserviertel. Wenn man gut gesättigt aus einem der Lüneburger Lokale kommt, sollte man dort unbedingt einen ausgiebigen Verdauungsspaziergang mit einplanen. Wer noch weiter fahren möchte, mit Bus, Bahn oder Auto, kann außerhalb in der Lüneburger Heide spazieren gehen. Du findest dort beliebte Wanderwege.
Das war unser kurzer Ausflug in die Stadt Lüneburg in der heutigen Episode von Deutsch entdecken mit Stefanie. Du hast hoffentlich neue Wörter für Dich entdeckt. Wenn Du Fragen hast, schreib mir eine Message. Den Text zum Lesen findest Du auf der Webseite deutsch-entdecken.de. Ich freue mich über ein Herzchen und ein Follow. Mach’s gut und bis zum nächsten Mal.
Quellen:
